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Unter `!Suppletion`! (von `F33f`_`[lateinisch`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Latein]`_`f supplere ‚ergänzen‘, auch `!Suppletivismus`!) versteht man in der `F33f`_`[Sprachwissenschaft`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Sprachwissenschaft]`_`f die Bildung verschiedener Wortformen eines `F33f`_`[Flexionsparadigmas`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Flexionsparadigma]`_`f unter Verwendung „verschiedener“ `F33f`_`[Wurzeln`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wurzel_(Linguistik)]`_`f. Im Gegensatz dazu stehen nicht-suppletivische Paradigmen, bei denen alle Formen auf dieselbe Wurzel zurückführbar sind.`:cite-ref-1[`F5bf`_`[1`#cite-note-1]`_`f] Suppletivsysteme kommen vor allem bei häufig gebrauchten Wörtern vor.

>>Contents

• `F0af`_`[Beispiele`#beispiele]`_`f
• `F0af`_`[Adjektive`#adjektive]`_`f
• `F0af`_`[Verben`#verben]`_`f
• `F0af`_`[Nomina`#nomina]`_`f
• `F0af`_`[Unterscheidung von anderen Stammänderungen`#unterscheidung-von-anderen-stamm-nderungen]`_`f
• `F0af`_`[Stammänderung durch Umlaut und Ablaut`#stamm-nderung-durch-umlaut-und-ablaut]`_`f
• `F0af`_`[Stammänderung durch Lautwandel`#stamm-nderung-durch-lautwandel]`_`f
• `F0af`_`[Anlautmutation`#anlautmutation]`_`f
• `F0af`_`[Anmerkungen`#anmerkungen]`_`f
• `F0af`_`[Literatur`#literatur]`_`f

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>>Beispiele

>>>Adjektive

Als Beispiel seien drei `F33f`_`[Adjektive`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Adjektiv]`_`f genannt. In der ersten Zeile steht ein deutsches nicht-suppletivisches Paradigma (hell), in der zweiten ein deutsches suppletivisches (gut). In der dritten Zeile steht ein lateinisches suppletivisches Adjektiv (`*bonus`*, was auch „gut“ heißt), um zu demonstrieren, dass sich ein Suppletivsystem (kurz für „suppletivisches Paradigma“) auf das ganze Paradigma ausdehnen kann.

`t
| | Positiv | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|---|
| Deutsch , nicht-suppletivisch | hell | heller | am hellsten |
| Deutsch, suppletivisch | gut | besser | am besten |
| Latein , suppletivisch | bonus | melior | optimus |
`t

>>>Verben

Viele `F33f`_`[indogermanische Sprachen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Indogermanische_Sprachfamilie]`_`f haben Suppletivsysteme in den `F33f`_`[Verben`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Verb]`_`f:

`t
| | Infinitiv | Präsens | Präteritum | Perfekt |
|---|---|---|---|---|
| Deutsch | sein | bin | war | gewesen |
| Englisch | go | go | went | gone |
| Latein | esse | sum | eram | fuisse |
`t

>>>Nomina

In indogermanischen Sprachen ist Suppletion bei `F33f`_`[Nomina`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Nomen]`_`f seltener.

`t
| | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Englisch | person | people |
| Deutsch | Bergmann | Bergleute |
| Bretonisch | buoc'h (‚Kuh‘) | saout (‚Kühe‘) |
`t

>>Unterscheidung von anderen Stammänderungen

>>>Stammänderung durch Umlaut und Ablaut

Im Deutschen und den germanischen Sprachen überhaupt tritt im Paradigma oft eine Änderung des Stamms durch `F33f`_`[Umlautung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Umlaut]`_`f oder `F33f`_`[Ablautung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ablaut]`_`f ein. Auch wenn sich dadurch der Wortstamm ändert, ist dies keine Suppletion, denn der ursprüngliche Stamm bleibt gleich:

• `*stark`* – `*stärker`* – am `*stärksten`*
• `*singen`* – `*sang`* – `*gesungen`*

>>>Stammänderung durch Lautwandel

Auch der Wechsel von `*genu`!s`!`* zu `*gene`!r`!is`* (Latein für „Geburt“, „Abkunft“) ist keine Suppletion, sondern gründet in einem lautgesetzlichen Vorgang: /s/ zwischen `F33f`_`[Vokalen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Vokal]`_`f wandelte sich in der vorklassischen Periode zu /r/ (`F33f`_`[Rhotazismus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Rhotazismus]`_`f).`:cite-ref-2[`F5bf`_`[2`#cite-note-2]`_`f]

>>>Anlautmutation

Auch die `F33f`_`[Anlautmutation`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Anlautmutation]`_`f, die in den inselkeltischen Sprachen auftritt, ist keine Suppletion. Beispiel aus dem Neuirischen: a bhád (sein Boot), a bád (ihr [Singular] Boot), a mbád (ihr [Plural] Boot).

>>Anmerkungen

`:cite-note-1`!1.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-1]`_`f Nichtsuppletivische `F33f`_`[Flexionsparadigmata`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Flexionsparadigma]`_`f müssen nicht regelmäßig sein. Man denke an das `F33f`_`[irische`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Irische_Sprache]`_`f `*bean,`* Nominativ-Plural `*mná,`* das zwar nicht regelmäßig ist, sich aber von einem einzelnen `F33f`_`[urindogermanischen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Indogermanische_Ursprache]`_`f Stamm ableiten lässt. Dabei handelt es sich um eine `F33f`_`[Stammänderung durch Lautwandel`#stamm-nderung-durch-lautwandel]`_`f.
`:cite-note-2`!2.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-2]`_`f `*Der Kleine Stowasser. Lateinisch-deutsches Schulwörterbuch,`* Auflage von 1991, ISBN 3-209-00225-8, S. XVII, § 29.

>>Literatur

• Werner Beckmann. `*Suppletion im Niederdeutschen`* (= `*Niederdeutsche Studien.`* Band 47). Böhlau, Köln 2002, ISBN 978-3-412-06100-5.

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